20.05.2014 – Shell Eco-marathon 2014

Auch 2014 war das TUfast Eco Team wieder auf dem Shell Eco-marathon (SEM). Der Vorsatz, es weniger spannend zu machen als letztes Jahr, wurde aber wieder einmal nicht eingehalten. Insofern war nicht nur das gute Wetter dieses Jahr für so manchen Schweißausbruch im Team verantwortlich.

Teamfoto

Donnerstag: Erste Testfahrt in Rotterdam

Mit den Aufklebern zur bestandenen Technischen Inspektion durften wir am Donnerstag, dem ersten Tag mit Besuchern auf dem Wettbewerb, endlich auf die Strecke.

Als um 12 Uhr die Strecke für die Prototypen-Fahrzeuge geöffnet wurde, waren wir eines der ersten Fahrzeuge bei der pre-Run-Inspektion, in der vor jedem Start unter anderem die Bremsen und die Joulemeter getestet werden.

Anstehen vor dem Start eLi14 vor der Startlinie

Vor der Startlinie offenbarte sich dann allerdings eine Schwierigkeit: eLi14 konnte nicht anfahren – dafür war das Drehmoment zu gering. Ein Grund war, dass vor dem Start eine Steigung lag, die nicht berücksichtigt wurde. An der Startlinie sollte ein Start möglich gewesen sein. Außerdem wurde der Motorcontroller leicht modifiziert, sodass ein größeres Drehmoment auf die Räder gebracht werden kann.
Da diese Arbeiten die Testzeit auf der Strecke überstiegen, konnten wir an diesem Tag nur noch auf dem Testareal einige Runden ziehen. Hierbei stellte sich heraus, dass das Anfahren kein Problem mehr darstellte. Des Weiteren wurden natürlich die Augen offen gehalten nach weiteren potentiellen Störstellen, was besonders unsere Fahrerin Lisa sehr gefreut hat: Sie hatte schon seit über einem Jahr das undefinierte Gefühl, dass die eLi etwas „weich“ ist. Heute konnte dieses Gefühl endlich bestätigt werden – das Problem waren die Felgen.
Als Reaktion darauf legten einige Teammitglieder eine Nachtschicht ein und haben es erfolgreich geschafft, die Felgen nachträglich zu versteifen.

TUfast Eco Team bei Verbesserungsarbeiten Erste Testfahrt am SEM

Freitag: Erster Wertungslauf – fast

Weitere Teammitglieder lösten die Nachtschicht sehr früh ab und am Vormittag konnten die Arbeiten am Fahrwerk abgeschlossen werden.

Als eines der letzten Fahrzeuge konnten wir wiederum auf die Strecke. Die Freude war auch entsprechend groß, als eLi14 bereits zum zweiten Mal an den Streckenposten vorbei fuhr. Die dritte Runde wurde aber nicht erreicht, da sie kurz davor auf einem Anstieg ausgerollt ist. Schnell im Antrieb lokalisiert, konnten die Elektronikspezialisten im Team den Fehler bis zum ersten Wertungslauf beheben.
Als eines der letzten Fahrzeuge konnten wir die pre-Run-Inspektion durchlaufen. An der Startlinie wurde uns der Start jedoch verweigert, da der letzte planmäßige Start wenige Sekunden früher hätte stattfinden müssen. Das war für uns ein kleiner Rückschlag, denn neben der Tatsache, dass wir heute keinen Wertungslauf hatten, konnten wir die restliche Zeit des Tages nicht zur Fehlerbehebung und Optimierung nutzen, da uns aktuell keine weiteren Mängel bekannt waren.
Insofern genossen alle Teammitglieder das Abendessen, zu dem wir das Team Hydro2Motion der Hochschule München eingeladen hatten um uns für die Notunterkunft am ersten Abend zu bedanken.

Besuch der 'Technical Innovation'-Jury Abendessen mit Hydro2Motion Checkliste

Samstag: Erste komplette Fahrt

Heute wurden wir von zwei früheren Mitgliedern überrascht, die es sich nicht nehmen lassen wollten, die Stimmung am Shell Eco-marathon ein weiteres Mal zu erleben.

Vormittags als gerade letzte Vorbereitungen für den kommenden Wertungslauf ab 12:30 gemacht wurden, wurden wir zudem von der Jury für den „Technical Innovation“-Award überrascht. Nach Sichtung der schriftlichen Bewerbung werden manche Teams vor Ort von Repräsentanten der Jury besucht um sich ein direktes Bild der Situation zu machen. Der wichtigste Punkt unserer Bewerbung, die Hinterachskonstruktion mit Hohlkammer-Aluminium-Schwinge schien gut anzukommen.
Ermuntert stellten wir uns rechtzeitig für den Wertungslauf an, denn kurz vor Start reichte die Schlange der Fahrzeuge hinter uns bereits bis ins Paddock. Sehr früh konnten wir auf die Strecke, jedoch wurde dieser Lauf nicht zu Ende gebracht.

eLi14 vor dem Start eLi14 auf dem Weg zum Start eLi14 gestartet

Unter Zeitdruck wurden einige Arbeiten an eLi14 gemacht und wir konnten um etwa 18 Uhr als eines der letzten Fahrzeuge ein zweites Mal auf die Strecke. Dieses Mal wurde das Ziel erreicht; freuen konnte sich aber keiner darüber da das Zeitlimit seit etwas über zwei Minuten vorüber war.

eLi14 auf der Strecke eLi14 auf der Strecke unsere Fahrerin Lisa

Somit hatten wir heute 2 von 4 Wertungsläufen „verbraucht“ und weiteres Optimierungspotential ausgemacht. Es kamen bereits Erinnerungen an letztes Jahr auf, als wir bis zu unserem letzten Start keinen gültigen Wertungslauf vorweisen konnten, dann aber auf den zweiten Platz fuhren. Das war nun unsere Hoffnung für dieses Jahr, auch wenn wir das genau vermeiden wollten.

Sonntag: Gültiger Wertungslauf in letzter Sekunde

Um eine optimale Ausgangsposition zu haben, stand eLi14 in Begleitung einiger Teammitglieder bereits am frühesten Morgen zum Wertungslauf an. Dieser Einsatz wurde belohnt indem wir als erstes Fahrzeug auf die Strecke durften. Zur Freude aller zog Lisa dann auch eine Runde nach der anderen bis es nach der 9. Runde schließlich hieß „Nur noch eine Runde!“.
Allerdings schien uns das Pech dieses Jahr an den Schuhen zu kleben, denn das Ziel wurde nicht erreicht. Stattdessen rollte eLi14 auf der Strecke mit leerem Antriebsakku aus. Das bedeutete nicht nur, dass wir wie letztes Jahr alle Hoffnungen auf einen letzten Lauf legen mussten, sondern zu allem Überfluss auch noch, dass unser Verbrauch sehr viel höher als angestrebt ist – die Akkus sind schließlich so ausgelegt, dass sie leicht einen kompletten Lauf halten, aber auch nicht zu groß um die Fahrzeugmasse nicht unnötig zu erhöhen.

eLi14 auf der Strecke Teammitglieder an der Strecke

Im letzten Lauf wurde die Anspannung dann sehr deutlich. Lisa zog wieder ihre Bahnen, aber als sie in der letzten Runde an der vorletzten Kurve war, kam von einem unserer Streckenposten die Nachricht „Andere Autos sind hier schon langsamer gefahren“, worauf Lisa nach Rückfragen den Notaus betätigte um ohne weiteren Verbrauch ins Ziel zu rollen. Direkt danach kam von dem Streckenposten aber schon der Einwand, dass das vermutlich nicht so sinnvoll war und zu allem Unglück der Wind auch noch dreht. Zugleich kam die Nachricht von unserem Zeitnehmer, dass das Zeitlimit für den Lauf bedrohlich nahe kommt. Als Seglerin konnte Lisa den Wind gut einschätzen und rettete sich mit letztem Schwung und 6 Sekunden vor Ablauf des Zeitlimits ins Ziel.
Somit hatten wir einen gültigen Lauf, der allerdings hinter den Erwartungen lag, wie sich schon vormittags angedeutet hatte.

Deprimierung nach dem Lauf

Unser Ergebnis ist: 419 km/kWh, bzw. etwa 3750 km/l Benzinäquivalent. Das bedeutet in der größten Kategorie „Battery Electric“ mit 49 Teams den 17. Platz.

Zur Aufmunterung wurde von früheren Teammitgliedern der Vergleich mit der allerersten Wettbewerbsteilnahme 2011 gemacht, bei der es bereits ein Erfolg war, dass das damalige Fahrzeug, H-TU11, überhaupt gefahren ist. Auch dieses Jahr war das Fahrzeug eine komplette Neuentwicklung und das erste Mal auf einem Wettbewerb, sodass an der Siegerehrung mit wieder besserer Moral teilgenommen wurde.

Abschließend möchten wir dem Team der TU Graz für ihren mit Abstand ersten Platz in der „Battery Electric“ Kategorie gratulieren.

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