18.05.2015 – EducEco Challenge in Colomiers

Die EducEco, die dieses Jahr vor dem Shell Eco-marathon stattfand, gab uns die Möglichkeit unser Fahrzeug erstmalig unter Wettbewerbsbedingungen zu betreiben.
Durch regelmäßiges Testen der eLi15 waren sowohl das Fahrzeug als auch die beiden neuen Fahrerinnen Julia Hesse und Annkatrin Swanson bestens vorbereitet und überzeugten mit Zuverlässigkeit und Routine.

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Speziell diese Saison merkt man, dass die Konstruktion der eLi15 sowohl das regelmäßige Testen die Zuverlässigkeit des Fahrzeuges erheblich erhöht hat. Wir konnten an allen Test- und Wertungsläufen teilnehmen ohne größere Reparaturaktionen durchzuführen. So konnte man sich im Paddock rein mit Effizienzsteigerungsmaßnahmen beschäftigen. Unter anderem wurde dafür der mobile Prüfstand über 1400km an das Wettbewerbsgelände transportiert.

Diesen Einsatz bemerkte man auch an den Resultaten, die mit jedem Wertungslauf besser wurden.
Das offizielle Endergebnis lag somit bei unglaublichen 1888km/kWh und wir konnten uns somit den Gesamtsieg in der Battery Electric Prototypen Klasse sichern.

Des Weiteren gingen:

  • der „Design Award“ für das beste Konzept,
  • der „Technical Innovation“ Preis für die Entwicklung des 800g leichten Querträgers und
  • der „Prix de Motorisation“, für die 512g leichte Motorgruppe bestehend aus dem eigens entwickelten Motorgehäuse und dem Leichtgewichtmotor unseres Sponsors TQ Systems
    an uns.

Gemeinsam mit dem Gesamtsieg der „Battery Electric Prototypes“ Klasse ging der „Grand Prix“ der Prototypenklasse an das TUfast Eco Team.

 

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Donnerstag – die Ankunft

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Nach einer langen Anreise mit Übernachtung in Lyon kam das TUfast EcoTeam, mit Abstand, als erstes Team sowohl am Campingplatz als auch am Paddock an.
Dementsprechend waren auch wir jene, die als erstes mit den Aufbau- und Einrichtungsarbeiten fertig waren. Während die restlichen Teilnehmer nach und nach ankamen, konnten wir längst wieder am Fahrzeug arbeiten.Dies war notwendig, da die Abmaße der Joulemeter bis dato nicht bekannt waren. Deshalb musste die Halterung für diese im Paddock gefertigt werden.
Außerdem musste man das Fahrzeug für Freitag vorbereiten, da die Technische Inspektion und die ersten Testfahrten der Battery Electric Klasse am Programm standen.

 

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Freitag – die erste Runde

 

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Nach einer erfolgreichen Inspektion, wo man lediglich mit sprachlichen Kommunikationsproblemen zu kämpfen hatte, durften wir beim ersten Testlauf am Vormittag als erstes Fahrzeug auf die Strecke.
Sowohl für die neuen Fahrerinnen als auch das Fahrzeug stand nun die erste Runde an einem Wettbewerb bevor. Mit einer steigenden Anzahl an Fahrzeugen auf der Strecke mussten sich die neuen Fahrerinnen erst an den Verkehr gewöhnen, da beim Testen am Gelände der Fakultät Maschinenwesen das Simulieren anderer Teilnehmer auf der Strecke nicht möglich war. Dennoch meisterten die neuen Fahrerinnen diese Situation und konnten Kollisionen mit anderen Fahrzeugen vermeiden.

 

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Nach anfänglich zu schnellen Rundenzeiten konnte man beim zweiten Testlauf, durch vermehrte Funkdurchsagen, die Zeit besser einteilen und die Rundenzeiten optimieren. Mit viel neu gesammelter Fahrpraxis gingen die Fahrerinnen beruhigt zum Paddock und bereiteten sich mental auf die ersten Wertungsläufe am Samstag vor.

Im Paddock wurde hingegen der letzte Feinschliff angelegt, Lager gewechselt, die Kette gesäubert, Aerodynamikteile optimiert, die Elektronik gecheckt und die Fahrzeugdaten ausgewertet.

Samstag – es wird ernst

Gut erholt und zufrieden mit den Werten von den Testläufen stellte man sich beim Vormittagslauf wiederholt als erstes Fahrzeug an. Zu Beginn lief alles nach Plan, die Rundenzeiten passten und wir konnten unsere Fahrstrategie durchsetzen. Mit zunehmendem Verkehr bekamen wir vor allem in den Kreisverkehren große Probleme, da die anderen Teams eine andere Fahrstrategie verfolgten. Diese ließen ihr Fahrzeug in den Kurven ausrollen. Genau da, wo die Kurve schmäler wurde und, wie sich nach einigen Runden herausstellte, Überholverbot herrscht. Nach zweimaligen Überholen an dieser Stelle kam es deshalb zu einer Ermahnung durch die offiziellen Streckenposten. Von nun an durften wir an diesen Stellen nicht mehr überholen. Ansonsten würden wir eine Disqualifizierung oder gar einen Unfall riskieren was einen Rennabbruch zur Folge gehabt hätte.

Dies spitzte sich so sehr zu, dass wir, aufgrund eines zu langsamen Fahrzeuges vor uns, abbremsen mussten um eine Kollision mit dem Vorderfahrzeug im Nadelöhr zu vermeiden. Eine Verschwendung von Energie…

Diese Erfahrungen aus dem ersten Lauf halfen uns beim zweiten. Die Erkenntnisse über die Fahrstrategie der anderen Teams ließen wir in unsere Strategie einfließen. Die Teammitglieder am Streckenrand wurden neu eingeschult. Ab sofort mussten Entfernungen zum Vorder- und Nachfolgerfahrzeug durch den Funk weitergegeben werden. Dieses Zusammenarbeiten und der rege Informationsfluss zu den Rennleitern unseres Teams an der Brücke, sorgten dafür, dass wir beim zweiten Lauf unnötiges Langsamer-werden oder gar Bremsen vermeiden konnten.  Dabei wichen wir jedoch nicht von unserer ursprünglichen Strategie ab und fuhren so oft es ging die Kurven mit voller Geschwindigkeit durch.

 

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So konnten wir trotz starker Bewölkung das Ergebnis aus dem ersten Lauf fast verdoppeln. Damit war klar, die Strategie funktioniert und die Funkkommunikation muss so erhalten bleiben.
Aufgrund unseres sehr guten Ergebnisses bekamen wir Besuch von den Juroren, die das Fahrzeug noch einmal genauer inspizierten. Drei Stunden vergangen bevor das Ergebnis aus dem zweiten Lauf offiziell wurde.

Schöner Abschluss des Tages war die Verleihung der Off-Track Preise bei denen wir drei Mal hervorgebeten wurden.
Dennoch wurde sich nicht zurückgelehnt. Beflügelt von den Ergebnissen aus dem letzten Lauf, schnallten wir unsere eLi15 auf den Prüfstand und versuchten nochmal alles rauszuholen.

 

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Sonntag – Grenzen austesten

Der Tag begann gut und wir wurden von der südfranzösischen Sonne begrüßt. Ein letzter Elektronik Check, wolkenfreier Himmel, und wieder das TUfast EcoTeam als erster in der Warteschlange.

Doch dann… Der Motor macht unbekannte Geräusche und treibt die Kette nicht mehr an. Akribisch wurde noch in der Schlange der Fehler gesucht. Die Fehlersuche dauerte länger als gehofft und wir wurden von der Rennleitung gebeten auf die Seite zugehen. Am Straßenrand wurde dann am mobilen Fahrzeugständer von unserem Sponsor MayTech Fehlersuche betrieben.

Endlich. Fehler gefunden. Beim Transportieren des Fahrzeuges über das Kopfsteinpflaster am Hauptplatz löste sich eine Isolierung beim Motor und sorgte dafür, dass der Motor nicht korrekt angesteuert werden konnte. Nur noch wenige Minuten verblieben bis das Startfenster geschlossen wurde; als wir an die Strecke gingen. Schließlich haben wir als letztes Team den letzten Wertungslauf in der Battery Electric Klasse gestartet.

Da der Lauf am Vormittag stattfand spielte uns das sogar zu. Die Mittagssonne sorgte dafür, dass die Solarzellen eine höhere Leistung abliefern konnten. Außerdem verließen immer mehr Fahrzeuge die Strecke und es war noch leichter unsere Strategie zu verfolgen. Dies fiel uns am Sonntag ohnehin leichter, da viele Teams unsere erfolgreiche Strategie adaptierten und wir so die Kurven voll fahren konnten. Auch die Anzahl an Überholmanöver ging stark zurück.

 

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Viele Faktoren kamen uns so zu Gute, jedoch darf man nicht vergessen, dass unser neues Fahrzeug eLi15 sehr durchdacht ist und den Großteil für den sensationellen Erfolg ausmacht. Schließlich waren auch die reinen Verbrauchswerte beeindruckend gering!

Gleich nach dem Wertungslauf wurde es noch einmal spannend. Unsere Telemetriedaten wurden ausgelesen während die Jury die Daten aus den Joulemetern verifiziert.

Parallel dazu wurde das Paddock und der Campingplatz rückgebaut, sodass man zügig wieder Richtung Garching starten konnte, denn der Shell Eco-maraton ist nur eine Woche entfernt.

Und dann kam der Moment… Die Werte des letzten Wertungslaufes wurden auf der Homepage veröffentlicht. Sagenhafte 1888km/kWh. Einfach beeindruckend. Nur wenige Minuten später erhielten wir Glückwünsche von allen Seiten und die örtliche Presse bat uns um ein Interview.

 

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Krönender Abschluss des Wettbewerbs war die Siegerehrung. Philipp Wurdak und David Kalwar, jene zwei Mitglieder, die seit Beginn der Gründung des Teams 2009 dabei waren, durften ihn endlich erleben: Der Moment ganz oben zu stehen; als Gewinner der Battery Electric Prototyp Klasse und als „Grand Prix“ Preisträger aller Prototypen.

Ein Dank geht an unsere Sponsoren und Unterstützer, die uns teilweise schon sehr lange begleiten und uns ihr Vertrauen in Hoch- als auch in Tiefphasen geschenkt haben. Wir hoffen, uns mit diesem Erfolg entsprechend bei Ihnen zu bedanken und würden uns freuen gemeinsam weitere Erfolge einzufahren!

 

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Außerdem möchten wir dem Team Polyjoule als „Grand Prix“ Preisträger der Urban Concept Klasse gratulieren, die während des Wettbewerbs zu guten Freunden geworden sind.

Für mehr Fotos vom Wettbewerb besuchen Sie bitte unser Flickr Profil.

 

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